Karsten Gebhardt liest in der Bar

Plakatgestaltung: Barbara Borowy

Schriftsteller leben und arbeiten nicht nur in Berlin, München und New York City. Nein. Auch in Mechterstädt kann man schreiben. Hier hat sich Karsten Gebhardt angesiedelt, der mit seinem Erstlingswerk “Von Meersberg, Raum 13!” auf viel Zuspruch stieß.

So schreibt beispielsweise Leserin Michele Schmidt in ihrer Rezension über den Inhalt des Buches dies:

“Eine typisch deutsche WG: ein Schwuler, eine Blondine, ein Bürgermeistersohn, ein Voyeur,ein Wissenschaftler und der adelige Karli. Genauer Karl-Friedrich von Meersberg. Aber eigentlich ist hier gar nichts typisch deutsch. Karli wird von einem Gorilla k.o. geschlagen, landet ständig auf dem OP-Tisch einer Vermummten, hat einen totgelachten Stier auf dem Gewissen und bewahrt nebenbei die Erde vor einer Alien-Invasion.

Unter anderem…

Was im Plot wissenschaftlich bewiesen wird: Die Menschheit ist nur ein Spiel und existiert gar nicht. Einen syrischen Flüchtling braucht jeder. Und Pi ist der Schlüssel zu allem.
Unter anderem…

Genauso abgedreht wie der Klappentext klingt, ist das Buch tatsächlich auch.
Das Schöne ist, dass die Kapitel insgesamt relativ kurz sind und man das Buch somit immer in nerven- und verstandschonenden Häppchen lesen kann. Zusätzlich entwickelt das Buch zwar eine übergreifende Geschichte, die Kapitel sind aber episodenhaft und eher locker verbunden.
Der Sprachstil ist genau so knapp und knackig wie die die Handlung. Da es sich bei den WG-Bewohnern fast ausschließlich um Studenten handelt findet man im Text auch immer wieder Fachbegriffe. Diese haben den Lesefluss für mich aber nicht gestört.

Die Figuren passen alle mehr oder weniger in einen bestimmten Stereotyp. Genauso verrückt wie die Handlung sind auch die einzelnen Charaktere. Sie stellen ihren jeweiligen Typus manchmal extrem überzeichnet dar, witzig sind sie trotzdem alle. Sie sind aber auch für einige Überraschungen gut, die man ihnen zuerst garnicht zutraut.

Zum Ende hin hat der Autor es dann mit den durch geknallten Ideen etwas übertrieben. Teilweise haben sich die wildesten Ereignisse so sehr überschlagen, dass ich kaum folgen konnte und auch nicht mehr klar war, ob es tatsächlich `reale Ereignisse` sein sollen oder sich Karli womöglich alle nur einbildet.
Diese Frage hat sich mir auch am Schluss des Buches weiterhin gestellt. Eine Antwort muss ich mir wohl selbst geben.

Trotz des verwirrenden und absolut geisteskranken Endes (oder gerade deswegen?) hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht. Was wie eine Comedy-Soap in einer deutschen WG beginnt, wächst sich zu einer verrückten Achterbahnfahrt mit einigen gesellschaftskritischen Seitenhieben aus.
So kann man über das Buch und seine Akteure nicht nur herzlich lachen. Man bekommt auch auf humorige und trotzdem ernstgemeinte Weise den Spiegel der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse vorgehalten.

Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.
Und denken Sie daran, wir sind alle nicht echt, daher kann das Buch auch keine bleibenden Schäden hervorrufen! ;)

Klingt doch ganz schön interessant, oder? Wer mehr erfahren möchte über die verrückte Wohngemeinschaft, der ist Freitag, 16. November, in der Bar “Zum Prinzen Albert” willkommen. Dort liest der Autor aus seinem Buch und verrät schon ein wenig, woran er als nächstes schreibt. Zur Lesung lädt der Mundartverein ein. Sie beginnt 19 Uhr.

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