Trauer um eine Gründertochter

Erstes Gebäude des späteren Bodelschwingh-Hofes: die Gartenlaube. Foto: Rita Specht

In Köln ist am 14. Oktober 2018 Wilma Erna Lydia Steiner, geborene Vogel verstorben. Sie  war eines der vier Kinder des Gründerehepaares Gustav und Frieda Vogel, das 1949 den Bodelschwingh-Hof Mechterstädt als Heimstatt für Kriegsversehrte gründete. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Dorle, Werner und Walther half Wilma (geb. 18. März 1937) bei der Versorgung der von Kriegstraumata und anderen psychischen und physischen Verwundungen geplagten Versehrten.

Wilma war die erste “Küchenchefin” auf dem Bodelschwingh-Hof. Sie musste als Kind täglich früh raus und Essen zubereiten. Nach dem Küchendienst ging es im Haushalt der Eltern weiter. Geschlafen wurde im Gartenhäuschen auf Strohmatratzen – die Jungs ganz oben unter dem  dreieckigen Dachboden, die Mädchen unten, Vater und Mutter im kleinen Vorzimmer – bis das feste Haus gebaut wurde. Zuvor jedoch entstand ein Kuhstall – lebenswichtig zur Versorgung der Hofbewohner. Dort, froh über die Wärme des Gebäudes,  feierte die Vogel-Familie 1950 einen unvergessenen Heiligabend.

Nach harten, arbeitsreichen Jahren in Mechterstädt ging Wilma kurz vor dem Mauerbau in den Westteil des Landes. Zeit ihres Lebens hat sie sich für Mechterstädt interessiert und wissbegierig verfolgt, welche Entwicklung des Dorf genommen hat.

Der Trauergottesdienst für Wilma Erna Lydia Steiner findet am 23. November um 12 Uhr auf dem Friedhof Dünnwald, Goffineweg, Köln, statt.

Geschwistertreffen im Gartenhäuschen (v.l.n.r.): Walther, Dorle, Wilma (verst.) und Werner (verst.). Foto: Privat

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