Trauer um die Toten der Weltkriege

Gesteck am Gedenkstein für die Opfer des II.Weltkrieges auf dem Mechterstädter Friedhof. Fotos (2): Rita Specht

Auch in Mechterstädt wurde am Sonntag, 18. November 2018, der Toten zweier Weltkriege und aller Opfer von Gewalt gedacht. An der Gedenkstätte auf dem Friedhof, die mit Spenden der Einwohner um Trauerstelen für die gefallenen Männer des II. Weltkrieges erweitert wurde, ist ein Trauergesteck niedergelegt worden. Verwandte und Hinterbliebene von Opfern des sinnlosen Gemetzels stellten an den Stelen Trauergebinde ab.

Zum stillen Nachdenken hier ein Anti-Kriegs-Gedicht von Matthias Claudius (1740 bis 1815)

Kriegslied

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blass,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Frischer Grabschmuck an den Stelen.

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