“98″ ist Europameister

Klaus Kornhaas mit seinem Schwarzen Wiener.

Vor der Pfanne braucht sich der Champion jetzt nicht mehr zu fürchten. Ein langes, glückliches Kaninchenleben mit vielen Jungen ist dem Schwarzen Wiener beschieden, schließlich hat Klaus Kornhaas ihm den Titel Europameister zu verdanken. Mit 98 Punkten überzeugte der stattliche Rammler jetzt die europäischen Preisrichter in Dänemark – und ließ damit für seinen Züchter einen Traum wahr werden. „Mir ist die Auszeichnung erst später richtig bewusst geworden. Aber dann denkt man über die letzten 15 Jahre nach und wird schon mal emotional“, sagte Kornhaas, der seit 2004 dem Kleintierzuchtverein Mechterstädt vorsteht. Schon immer habe seine Familie Kaninchen zur Schlachtung gehalten. Bis er 2003 mit einem befreundeten Züchter eine Bundesschau in Kassel besuchte, habe er aber keine Rassetiere gezüchtet. „Ich habe mich optisch auf den ersten Blick in die Grauen Wiener verliebt“, erinnert sich der 51-Jährige, der von dieser Schau mit seinem ersten Zuchttier, einer wildfarbenen Häsin, nach Hause kam und schon wenig später dem Verein beitrat, unter anderem um mit seinen Tieren auch an Ausstellungen teilnehmen zu können. Noch im selben Jahr begann Kornhaas damit, auf Kreisschauen auszustellen, später wagte er sich auch auf Landesschauen. 2013 wurde er mit seinen KaninchenLandesmeisterin Thüringen. Bis heute hat der begeisterte Züchter an vielen Bundesschauen, etwa in Erfurt, Kassel oder Karlsruhe, teilgenommen und es dabei mehrmals unter die ersten Plätze geschafft. „Ich habe zuerst nur Graue Wiener gehalten. Vor zehn Jahren kamen dann die Schwarzen Wiener dazu“, sagt er. Sein Sohn hatte sich die Tiere gewünscht, die ausgewachsen bis zu gut 5 Kilogramm schwer werden können. Vor zwei Jahren dann erreichte er mit seinen Schwarzen Wienern immer bessere Platzierungen. „Es ging dann steil bergauf“, sagt Kornhaas, der sich bundesweit mit anderen Züchtern vernetzte, um so „Spitzentiere“ zu bekommen. Bei seiner ersten Europaschau mit 8580 Tieren insgesamt machte sich der jahrelange Austausch dann auch bezahlt. „Stand und Glanz kannst du nicht antrainieren. Da kommt es auf die Elterntiere an“, sagt er. Mit insgesamt zwölf Kaninchen im Gepäck, vier eigene Graue und vier Schwarze Wiener sowie vier Tiere eines Freundes, hatte Kornhaas gemeinsam mit seiner Frau die Teilnahme an der Schau in Herning in Dänemark mit einem Kurzurlaub verbunden. „Wir fahren seit 23 Jahren nach Dänemark, das hat wohl auch zu meiner Teilnahme an der Schau beigetragen“, merkt er an. Nicht nur seine Frau, auch die Kinder unterstützen den Vereinsvorstand seit jeher bei seinem zeitaufwendigen Hobby. Und auch Nachbarn, Freunde und Bekannte haben durch die Pflege der Tiere einen Anteil an dem Titel. Letztlich habe einfach alles gepasst: das Land, der Urlaub und natürlich die Bewertung der Preisrichter. Die bewerteten drei seiner schwarzen Tiere mit „vorzüglich“, unter ihnen auch der Europa-Champion mit insgesamt 98 Punkten. Dieser Punktzahl hat der Rammler jetzt nicht nur seine Zukunft in einer der 75 Buchten bei Kornhaas zu verdanken, sie gab ihm auch einen individuellen Namen: „98“ heißt er jetzt, wenn der Züchter voller Stolz über sein „Topp-Tier“ spricht.

Heißt jetzt "98" - der Schwarze Wiener, der zu Europameisterehren kam. Fotos (2): Franziska Gräfenhan

Text und Fotos von Reporterin Franziska Gräfenhan wurden uns freundlicherweise von der Thüringischen Landeszeitung Gotha zum Nachdruck zur Verfügung gestellt.

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